Pettenkofer, Max von (1818-1901)

Max Josef von P. wird bei Neuburg an der Donau geboren. Nachdem der Liebig-Schüler 1847 Professor für medizinische Chemie in München wird, wendet er sich unter dem Eindruck einer schweren Cholera-Epidemie dort 1854 der Seuchenbekämpfung und Hygiene des Wassers zu. 1865 erhält er einen der ersten drei bayerischen Lehrstühle für Hygiene. Seine anti-kontagionistische Grundgesinnung bringt ihm Streit mit der Gruppe um Robert Koch in Berlin ein. Bereits vor der Begründung der Bakteriologie befreit P. München allein durch besseres Wasser vom Typhus. Den Erbadelstitel bekommt P. im Jahre 1883 verliehen. Seine Überzeugung, dass Krankheitserreger alleine für eine Infektion nicht ausreichen, versucht er 1892 in einer Vorlesung mit dem berühmt-berüchtigten Cholera-Frühstück unter Beweis zu stellen, bei dem er die Erreger schluckt. Er überlebt den Selbstversuch, erschießt sich jedoch am 10.02.1901 in seiner Wohnung. Er gilt als der „Begründer der Hygiene“.

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Max von Pettenkofer (1818-1901) um 1860.

Vgl. Jetter 1992

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Wörterbuch der Hygieneaufklärung

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